In den ersten Jahren unserer Beziehung - vor 18 Jahren - waren wir bereits schon einmal in Slowenien und haben den eindrücklichen Triglav-Nationalpark besucht. Der Triglav selber ist mit seinen 2864 m der höchste Gipfel des Landes und der Julischen Alpen.
Jede Slowenin und jeder Slowene, die/der etwas auf sich hält, besteigt einmal in ihrem/seinem Leben diesen sagenumwobenen Berg. Auch wir haben dies damals getan - aber einmal genügt.
Und doch sind wir dieses Mal unseren letzten Spuren treu geblieben. Wir werden heute wieder in der Koča Prehodavcih (2050m) übernachten - in der Nähe des Triglavs. Die Hütte hat sich kaum verändert - ausser einigen Solarpanels auf dem Dach. Die sanitären Anlagen sind dürfig, da es auf der Hütte (Karstgebiet) kaum/kein Wasser hat.
Hier noch zwei Erinnerungsfotos aus dem Jahr 2005 (vor der Hütte und auf dem Gipfel):

Und wer gerne wissen möchte, was es mit der schönen Sage vom Zlatorog auf sich hat, empfehlen wir weiterzulesen:
Inmitten der Felsenwildnis des gewaltigen Bergstocks war ehemals eine immergrüne Weide voll herrlichster Alpenblumen, die im Schutze gütiger Feen stand. Ein Rudel schneeweißer Gemsen weidete auf dieser Stätte; der Bock, der es führte, mit den goldenen Hörnern, der Zlatorog, war durch den Zauber der „weißen Frauen“ vor der Kugel verwegener Alpenjäger gefeit. Denn wird er angeschossen, so erblüht aus seinem Blute das Zauberkraut der Triglavrose; von diesem Kraute äst der wunde Gemsbock, wodurch er augenblicklich wieder gesundet. Wenn es freilich je einem Weidmann gelänge, den Zlatorog daran zu hindern und dessen goldne Hörner zu erbeuten, dann wäre er im Besitz des Mittels, zu unerhörtem Reichtum zu gelangen: vor dem goldnen Gehörn öffnet der Berg Bogatin seinen Schoss und siebenhundert Wagen vermöchten nicht die Schätze fortzubringen, die sich dort aufgehäuft finden. Nun kam einmal ein junger Jägersmann aus dem Thal der Trenta in diese Reviere, der sich als Waise der besonderen Gunst der weißen Frauen des Triglav erfreuen durfte. Er dringt zu dem Zaubergarten empor, erblickt den Zlatorog und legt auf ihn an – da ertönt eine Geisterstimme, die ihn warnt: von den Blumen der Trift dürfe er pflücken soviel er wolle, aber den Gemsbock müsse er schonen, sonst sei es sein eigen Verderben. Unten im Thal wollte er die Liebe des schönen Töchterleins der Wirtin gewinnen und holt aus dem Wundergarten droben für sein Lieb die herrlichsten Blumen, die auch im Winter noch blühen. Ein reicher Handelsherr aus Venedig, der in das Thal kommt, huldigt der Schönheit des blonden Mädchens aber mit glänzenderem Schmuck aus Gold und Edelstein, und als der Jäger, aufflammend in Eifersucht, die Braut zurechtweist, antwortet sie ihm: wenn seine Liebe die rechte sei, hätte er ihr längst, statt der Blumen des Zaubergartens, etwas von den Schätzen gebracht, zu denen das goldne Gehörn des Zlatorog den Zutritt verschaffe. Da steigt der Jäger empor in das Revier und legt auf Zlatorog an, der, auf einem Felsstück stehend, vorwurfsvoll zu ihm herüberäugt. Der Schuß fällt, die Gemsen stieben auseinander, Zlatorog stürzt getroffen zusammen, rafft sich aber sogleich wieder auf und äst von den roten Blüten, die aus seinem Blute hervorwachsen. Dann enteilt der Bock ins Felsengeklüst, und als der Jäger ihm nachfolgt, wendet er sich plötzlich um, Blitze zucken aus seinem Gehörn, und der Verfolger wird vom Schwindel erfaßt und stürzt in die Tiefe. In seiner Wut verwüstete Zlatorog das Paradies auf Erden, pflügte die schöne Scholle um und liess nichts als Furchen und Ödenei zurück. Danach wurde er nie wieder gesehen.